Vielleicht passend zur dunklen Jahreszeit und den bevorstehenden Tagen zwischen Jahren möchte ich mit der letzten diesjährigen Studie des Monats ein historisches Thema in den Blickpunkt rücken, das eher obskure, teilweise geheimniskrämerische und teilweise tatsächlich okkulte Bewegungen betrifft, die aber dennoch allseits bekannt sind – zumindest dem Namen nach: der Templerorden und seine ‚Nachfolgeorganisationen‘. Der derzeit an der Universität Erlangen-Nürnberg tätige Historiker Matthias Heiduk hat eine erhellende Rekonstruktion verschiedener Rezeptionslinien des Templerordens vorgelegt, die einen Bogen von der Zeit der Aufklärung bis zu den 1990er Jahren spannt.

Auch heute noch ist Hypnose bei vielen Menschen mit Ängsten und Vorurteilen behaftet, wenngleich sie ein anerkanntes therapeutisches Verfahren darstellt. Die daran geknüpften Befürchtungen etwa bezüglich des Kontrollverlusts, der Willensbeeinflussung und des Ausschaltens von Moral, um nur einige zu nennen, sind weit verbreitet. Sie prägten die Geschichte der Integration der Hypnose in die Medizin und Psychotherapie als eine therapeutische Methode von Beginn an. In der aktuellen Studie des Monats analysiert die australische Historikerin Heather Wolffram den (aggressiven) Abgrenzungs- und Legitimierungsdiskurs, mit dem deutsche Mediziner wie Max Dessoir, Albert Moll und Albert von Schrenck-Notzing versucht haben, die ‚gute‘ medizinische Hypnose von der ‚schlechten‘ nicht-medizinischen Hypnose abzugrenzen.

Der britische Molekularbiologe und Wissenschaftsjournalist Johnjoe McFadden beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Phänomen quantenmechanischer Effekte in biologischen Systemen. Er hat zu diesem Thema schon einige populärwissenschaftliche Bücher veröffentlicht. In der aktuellen Studie des Monats möchte ich einen – ebenfalls populärwissenschaftlich gehaltenen – Aufsatz präsentieren, in dem er auf eine verständliche Art und Weise die verblüffenden quantenmechanischen Eigenschaften einiger zentraler biologischer bzw. biophysikalischer Prozesse beschreibt.

Zeitschrift für Anomalistik Band 15 (2015) Nr. 1+2

Soeben ist Ausgabe 1+2 vom Band 2015 der Zeitschrift für Anomalistik erschienen:

Mit Beiträgen von

Marc Wittmann, Han-Gue Jo, Thilo Hinterberger und Stefan Schmidt, Andreas Anton und Michael Schetsche, E. Douglas Dean, Peter J. Bräunlein, Eva Kingsepp, Stephan Krail, Renaud Evrard, Michael Seelig, Ricarda R. Zöhn u.a.

Das Heft enthält Beiträge zu einer Neuinterpretation des frühen Bereitschaftspotentials im Libet-Experiment, zur Kritik naturwissenschaftlich orientierter SETI-Programme, zur Parapsychological Association als affiliiertes Mitglied der American Association for the Advancement of Science, zum Skandalon Vampirismus, zu (ok)kulturellen Perspektiven auf die Nazi/SS-Esoterik, zu Hans Driesch als Vitalist zwischen Biologie, Philosophie und Parapsychologie, Louis Favre und die Anomalialogie von Phänomenen und vieles mehr.

Im nächsten Jahr wird eine voluminöse, 4-bändige Anthologie mit religionswissenschaftlichen Texten bei Routledge (London) erscheinen, zusammengestellt und herausgegeben von den beiden australischen Wissenschaftlerinnen Carole M. Cusack und Helen Farley. Die Kompilation umfasst 69 Kapitel, die zu vier Themenschwerpunkten gruppiert sind: "Method, Theory, and Definition" (Band 1), "Historical – the Ancient World to the Early Twentieth Century" (Band 2), "Ideas, Practices, Groups" (Band 3) und "Pop Oc/Culture, Media, Modern Mythology" (Band 4). Sie entstammen wissenschaftlichen Fachzeitschriften unterschiedlicher Disziplinen (Schwerpunkt: Religionswissenschaft) sowie Monographien aus dem Zeitraum von 1969 – 2013. Das Inhaltsverzeichnis mit den Quellenangaben verspricht eine überaus interessante Lektüre. Die von den Herausgeberinnen verfasste Einleitung ist schon jetzt online zugänglich und soll hier – als Appetitanreger – vorgestellt werden.