Gast: Dr. Michael Schetsche

Gast: Dr. Michael Nahm

  • Dipl.-Biologe
  • wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene (IGPP) in Freiburg

Seit Jahrzehnten inzwischen wird Nahtoderfahrungen (NDE) ein ungebrochenes Interesse entgegengebracht. Das liegt vermutlich daran, dass solche Erfahrungen nicht so selten sind. Man schätzt, dass 4-8% der Bevölkerung einmal im Leben eine solche eindrucksvolle Erfahrung gemacht hat, wobei nicht immer tatsächliche Todesnähe oder Todesgefahr bestanden haben muss. Allein die persönliche Einschätzung daran, sich in einer solchen Situation zu befinden, kann zu einer NDE führen. Ein über die Eigenerfahrung hinausreichender Faktor für das anhaltende Interesse an diesen Erfahrungen ist die Tatsache, dass Berichte über solche Erfahrungen von vielen als starke Indikatoren für ein „Weiterleben der Seele“ nach dem körperlichen Tod gewertet werden. Diese besondere Qualität der NDE bringt auch viele Forscher dazu, nach konventionellen, non-transzendentalen Erklärungsmodellen für das Erleben zu suchen. Die hier vorgestellte Studie des Monats stellt eine solche konventionelle Erklärungshypothese dar, nach der NDE auf dem in der Biologie viel beobachteten Phänomen der Thanatose, also der Schreckstarre bzw. des Todstellreflexes basieren soll.

Am Donnerstag, dem 24.3.2022, wird Dr. Nicole Bauer einen Online-Vortrag zum Thema "Exorzismus" halten. Der Vortragstitel lautet:

"Exorzismus 2.0. Die (Re)Inszenierung von Besessenheit und Exorzismus in der römisch-katholischen Kirche"

Beginn ist um 20 Uhr.

 

Exorzismen stellen eine bis heute aktuelle religiöse Heilungspraxis dar. Massenmedien berichten von einem zunehmenden Interesse an Teufelsaustreibungen. Eine große Bandbreite an Dokumentationen in Radio, Fernsehen und Internet weist auf das öffentliche Interesse an den Themen Besessenheit und Exorzismus hin. Der Glaube an das personale Böse und damit einhergehende Austreibungspraktiken werden gegenwärtig auch im katholischen Exorzisten-Feld reaktiviert und neuinszeniert. Durch die Professionalisierung der ‚Fortbildung‘ zum Exorzisten an der päpstlichen Hochschule Ateneo Pontificio Regina Apostolorum wird der alten Praktik neue Bedeutung beigemessen.

Am Donnerstag, dem 24.2.2022, wird Dr. Michael Nahm einen Online-Vortrag zum Thema "Terminale Geistesklarheit" halten. Es ist der zweite Vortrag in der neuen Vortragsreihe der Gesellschaft für Anomalistik. Beginn ist um 20 Uhr.

"Paradoxe Lichtblicke. Forschungsstand und gegenwärtige Entwicklungen rund um terminale Geistesklarheit"


Terminale Geistesklarheit bezeichnet das unerwartete Auftreten geistiger Klarheit kurz vor dem Tod bei Menschen, deren Bewusstsein oder Erinnerungsvermögen in der davorigen Zeit getrübt gewesen war. Besonders erstaunlich ist das Auftreten terminaler Geistesklarheit, wenn die Gehirne der betroffenen Menschen dabei durch neurologische Schädigungen in Mitleidenschaft gezogen worden waren, beispielsweise durch Schlaganfälle, Hirntumoren oder auch die Alzheimer’sche Erkrankung. In den letzten Jahren hat die Untersuchung terminaler Geistesklarheit insbesondere in der Alzheimer-Forschung zur Förderung von medizinischen Forschungsprojekten geführt, wovon man sich ein besseres Verständnis dieser Erkrankung sowie mögliche Therapieansätze erhofft. Hierbei wird allerdings zumeist von dem nahe verwandten Konzept der paradoxen Geistesklarheit gesprochen.