Die Autorin der hier vorgestellten Studie des Monats, Sharon Hewitt Rawlette, hat Philosophie studiert. Ihr Interesse an der Frage nach bedeutungsvollen  oder rein „zufälligen“ Zufällen – die erstgenannten werden in der Terminologie nach C.G. Jung als „synchronistische Ereignisse“ bezeichnet – fand seinen Niederschlag in ihrem 2019 publizierten und mehr als 600 Seiten umfassendes Buch mit dem Titel The Source and Significance of Coincidences. Ebenfalls im letzten Jahr erschien ein Artikel von Rawlette im Journal for Scientific Exploration. Sie greift darin einen Aspekt des Themas auf und behandelt die Frage, inwieweit eine Beurteilung von außergewöhnlichen spontanen Erfahrungen, die subjektiv als synchronistische bzw. psi-basierte Ereignisse interpretiert werden, auf einer wissenschaftlichen Basis getroffen werden kann.

Zeitschrift für Anomalistik Band 16 (2016) Nr. 1+2

Ab sofort ist auf unserer Website der Vollzugriff auf die Jahrgänge 2017 und 2018 der Zeitschrift für Anomalistik möglich. Dazu gehören die Volltexte aus vier verschiedenen Ausgaben der Zeitschrift.

Mit der umfangreichen Freischaltung wird die Gesellschaft für Anomalistik auch in Zukunft  die Volltexte eines ZfA-Jahrgangs regelmäßig auf der Webseite zugänglich machen.

„Tricking the Trickster“ – diesen markanten Titel trägt ein Aufsatz, den ich als Studie des Monats vorgestellen will. In der experimentellen parapsychologischen Forschung machen die Wissenschaftler regelmäßig die Erfahrung, dass sich Psi-Phänomene „tricksterhaft“ verhalten und dadurch sich der Vorhersagbarkeit entziehen (siehe dazu das Buch „The Trickster and the Paranormal“ von George P. Hansen). Dieser Effekt selbst scheint bis zu einem gewissen Grad vorhersagbar zu sein, erfordert allerdings eine Änderung des Blickwinkels. Eine solche hat der amerikanische Parapsychologe und wissenschaftliche Leiter des Institute of Noetic Sciences (IONS), Dean Radin, bei der Reanalyse alter Daten zweier langjähriger Online-Experimente vorgenommen. Die Experimente laufen seit dem Jahr 2000 am IONS. Inzwischen haben mehr als 200.000 Menschen daran teilgenommen. Der gesammelte Datensatz umfasst 114 Millionen Trials.

Zeitschrift für Anomalistik Band 19 (2019) Nr. 3

Die Ausgabe 3 des Bands 2019 der Zeitschrift für Anomalistik ist erschienen.

Mit Beiträgen von
Sarah Pohl und Walter von Lucadou, Maximilian Müller und Laura Müller sowie Marc Wittmann, Alejandro Parra, Stephan Krall, Hannes Leuschner, Uwe Schellinger und Marc Wittmann sowie Andreas Anton, Ulrich Magin, Andreas Anton und Alan Schink u.v.a.

„In dieser Ausgabe der Zeitschrift für Anomalistik haben wir zwei sprechende Beispiele für Modelle bzw. theoretische Konzepte, die durch empirische Daten herausgefordert werden. Sarah Pohls und Walter von Lucadous Artikel „RSPK 4.0: When Ghosts Get out of Line“ stellt eine phänomenologische Erweiterung des „klassischen“ Spukmodells dar. […] Bei dem zweiten Beispiel liegt der Fall komplizierter, denn das theoretische Konzept der Synchronizität, um das es geht, ist schwerer greifbar. Der Aspekt akausaler Beziehungen steht hier im Zentrum […] Fragen stellen ist das Geschäft der Wissenschaft …“

Aus dem Editorial von Gerhard Mayer

Die ersten SETI-Programme zur Suche nach extraterrestrischer Intelligenz wurden in den frühen 1960er-Jahren initiiert und durchliefen verschiedene Stadien der wissenschaftlichen und öffentlichen Aufmerksamkeit. Trotz verschiedener interessanter Strategien, die Effektivität der SETI-Programme zu verbessern, z.B. indem man die Rechenleistung von privaten Computern im Internet zur Erhöhung der Auswertungskapazität nutzte (SETI@home), wurde man bisher nicht fündig. Mit der aktuellen Studie des Monats wird ein neuer Ansatz vorgestellt, mit dem die Suche methodisch „auf neue Beine gestellt wird“. Der HYPER-SETI-Ansatz wurde am Institut für Luft- und Raumfahrtinformatik der Universität Würzburg entwickelt. Der Autor des Textes, Hakan Kayal, stellt zunächst die sich in den letzten Jahren gewandelte Situation dar, die sich für die Frage nach außerirdischer Intelligenz durch die Entdeckung vieler Exoplaneten mit potenziell lebensfreundlichen Umweltbedingungen ergeben hat.