Zeitschrift für Anomalistik Band 19 (2019) Nr. 3

Die Ausgabe 3 des Bands 2019 der Zeitschrift für Anomalistik ist erschienen.

Mit Beiträgen von
Sarah Pohl und Walter von Lucadou, Maximilian Müller und Laura Müller sowie Marc Wittmann, Alejandro Parra, Stephan Krall, Hannes Leuschner, Uwe Schellinger und Marc Wittmann sowie Andreas Anton, Ulrich Magin, Andreas Anton und Alan Schink u.v.a.

„In dieser Ausgabe der Zeitschrift für Anomalistik haben wir zwei sprechende Beispiele für Modelle bzw. theoretische Konzepte, die durch empirische Daten herausgefordert werden. Sarah Pohls und Walter von Lucadous Artikel „RSPK 4.0: When Ghosts Get out of Line“ stellt eine phänomenologische Erweiterung des „klassischen“ Spukmodells dar. […] Bei dem zweiten Beispiel liegt der Fall komplizierter, denn das theoretische Konzept der Synchronizität, um das es geht, ist schwerer greifbar. Der Aspekt akausaler Beziehungen steht hier im Zentrum […] Fragen stellen ist das Geschäft der Wissenschaft …“

Aus dem Editorial von Gerhard Mayer

Die ersten SETI-Programme zur Suche nach extraterrestrischer Intelligenz wurden in den frühen 1960er-Jahren initiiert und durchliefen verschiedene Stadien der wissenschaftlichen und öffentlichen Aufmerksamkeit. Trotz verschiedener interessanter Strategien, die Effektivität der SETI-Programme zu verbessern, z.B. indem man die Rechenleistung von privaten Computern im Internet zur Erhöhung der Auswertungskapazität nutzte (SETI@home), wurde man bisher nicht fündig. Mit der aktuellen Studie des Monats wird ein neuer Ansatz vorgestellt, mit dem die Suche methodisch „auf neue Beine gestellt wird“. Der HYPER-SETI-Ansatz wurde am Institut für Luft- und Raumfahrtinformatik der Universität Würzburg entwickelt. Der Autor des Textes, Hakan Kayal, stellt zunächst die sich in den letzten Jahren gewandelte Situation dar, die sich für die Frage nach außerirdischer Intelligenz durch die Entdeckung vieler Exoplaneten mit potenziell lebensfreundlichen Umweltbedingungen ergeben hat.

Nahtoderfahrungen (NDE) stellen seit Jahren ein Forschungsgegenstand dar, dessen Attraktivität nicht abzureißen scheint, zieht man die Anzahl der Neuveröffentlichungen zu diesem Thema in Betracht. Auch die Forschung zum Bereich drogeninduzierter außergewöhnlicher Erfahrungen hat zunehmend an Aufmerksamkeit gewonnen, nachdem sie für Jahrzehnte durch die staatliche Gesetzgebung in vielen Ländern verhindert worden war. Strukturelle Ähnlichkeiten in der Phänomenologie der Erfahrungen in beiden Bereichen legten nahe, einen wissenschaftlichen Vergleich anzustreben.

Der Autor der hier vorgestellten Studie des Monats, Flavio Geisshuesler, nimmt eine Kontroverse zwischen den beiden Religionswissenschaftlern Mircea Eliade und Ernesto de Martino zum Anlass, die Situation einer „Krise der Wissenschaft“, die gleichzeitig eine „Krise der Realität“ war, im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts zu rekonstruieren. De Martino, ein italienischer Religionshistoriker, beklagte 1956 während einer parapsychologischen Tagung in Paris, dass sich Religionswissenschaftler zu wenig um die Frage der „Realität“ von Wundern kümmerten, was Eliade zu der kritischen Entgegnung bewog, dass die faktische Realität paranormaler Phänomene irrelevant für Religionswissenschaftler sei.

Perspektiven der Anomalistik Band 6

Der sechste Band unserer Buchreihe "Perspektiven der Anomalistik" ist erschienen. Er trägt den Titel "N equals 1: Single Case Studies in Anomalistics" und ist eine überarbeitete englischsprachige Version des Bands 4 der älteren Schriftenreihe der Gesellschaft für Anomalistik. Der Band soll einen Überblick der methodischen Besonderheiten der anomalistischen Feldforschung liefern und legt dabei den Hauptfokus auf die Untersuchung von Poltergeist-Einzelfällen. Andere Bereiche der Anomalistik werden aber ebenfalls behandelt, wie z.B. das UFO-Thema, Kryptozoologie oder angebliche fotografische Anomalien.