Nachdem der Glaube an intelligente extraterrestrische Lebensformen während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und teilweise noch erheblich länger als Ausdruck uninformierten und unwissenschaftlichen Denkens angesehen worden ist – seinen Niederschlag findet diese Position noch in der weit verbreiteten Revised Paranormal Belief Scale von Tobacyk (2004), in dem das Item „There is life on other planets“ neben solchen wie „The number ‚13‘ is unlucky“ steht und Ausdruck paranormaler oder abergläubischer Glaubensvorstellungen darstellen soll –, hat sich die Situation im Lauf der letzten beiden Jahrzehnte fundamental gewandelt. Mit der exponentiellen Entdeckung potenziell lebensfreundlicher Exo-Planeten wurden Vorstellungen extraterrestrischen Lebens wissenschaftlich wieder salonfähig. Mit großem Aufwand sucht man seit geraumer Zeit nach Signalen intelligenten Lebens in den Weiten des Alls (SETI). Sichtungen von unidentifizierten Flugobjekten mit sonderbarem Flugverhalten (UAPs/UFOs) finden auch außerhalb der UFO-Szene größere Beachtung. Die Modellierung von Szenarien eines Erstkontakts mit Aliens geschieht nicht mehr nur in fiktionalen Formaten wie der Science-Fiction-Literatur, sondern wird zunehmend auch im akademischen Bereich zu einem Thema, wie man etwa an den Arbeiten zu einer Exo-Soziologie (Schetsche & Anton) sehen kann. In diesem Kontext stellt der SETI Post Detection Hub eine relativ neue Organisation dar, die 2022 an der schottischen University of St. Andrews ins Leben gerufen wurde und die in dieser Studie des Monats vorgestellt wird.
Aktuelles
Zwischen Erfahrung und Evidenz
Parapsychologie, Anomalistik und Außergewöhnliche Erfahrungen
Tagungsflyer im PDF-Format
Von 1986 an bis zum Jahr 2024 wurden die Workshops der 1981 gegründeten Wissenschaftlichen Gesellschaft zur Förderung der Parapsychologie e.V. (WGFP) in Offenburg abgehalten. Sie dienten dem wissenschaftlichen Austausch zu Themen der Parapsychologie und verwandter Gebiete. Damit waren sie als jährlich stattfindende Veranstaltungen einzigartig in Deutschland. Der Veranstaltungsort Offenburg – obgleich nicht der Nabel der Welt – war im Laufe der Jahre zu einem Teil der „Identität“ der Workshops geworden: Man traf sich jedes Jahr im Herbst in Offenburg ...
Organisiert wurden die Workshops über all die Jahre hinweg von Eberhard Bauer und Walter von Lucadou, die dies 2024 altersbedingt aufgegeben haben. Da es große thematische und personelle Überschneidungen der WGFP mit der Gesellschaft für Anomalistik gibt, hat sich der erweiterte Vorstand der GfA dazu entschlossen, mit der diesjährigen Tagung die Tradition der WGFP-Workshops aufzugreifen und als Veranstaltungsort ebenfalls Offenburg zu wählen.
Auch thematisch suchen wir direkte Anschlussmöglichkeiten und nutzen die Veranstaltung, um einen Überblick zum Forschungsstand in verschiedenen Feldern der Anomalistik und Parapsychologie in Deutschland zu geben. Das Spektrum reicht von der experimentellen Parapsychologie, von praktischen Anwendungen wie Remote Viewing, der klinischen Parapsychologie und Beratung, von Theorien von Psi, Aspekten der Laienforschung bis hin zu methodischen Problemen bei der UAP/UFO-Forschung. Damit wird zwar das Feld der Anomalistik nicht vollständig erfasst, spiegelt aber die typische thematische Vielfalt der WGFP-Workshops wider.
Die Tagung richtet sich an die interessierte Öffentlichkeit, soll aber auch dem Austausch der Expert:innen dienen.

Gast: Prof. Dr. Dirk Schulze-Makuch
- Professor für Astrobiologie und Planetare Habitabilität an der Technischen Universität Berlin
- außerordentlicher Professor an der Washington State University und der Arizona State University
- Autor und Publizist
- Mitglied Forschungsnetzwerk Extraterrestrische Intelligenz
- wiki: en.wikipedia.org/wiki/Dirk_Schulze-Makuch
- homepage: www.searchforlifeintheuniverse.com

Gast: Dr. Michael Nahm
- Dipl.-Biologe
- wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene (IGPP) in Freiburg
- Paper: Lucid awareness in nonresponsive patients: A “locked-in experience” and its implications
- Dokumentation "44 Hours" über die Koma-Erfahrungen von Gil Avni
Die von dem amerikanischen Psychiater Ian Stevenson (1918 – 2007) begründete Forschung zu Fällen von Kindern, die sich an vorangegangene Leben zu erinnern scheinen, den sogenannten Cases of Reincarnation Type (CORT), ist faszinierend. Sie wird auch nach Stevensons Tod an der von ihm gegründeten Division of Perceptual Studies (DOPS) an der University of Virginia weitergeführt. Das dort angelegte Archive enthält inzwischen mehr als 2.000 dokumentierte Fälle. Zu den bemerkenswertesten, aber auch sehr seltenen Fällen gehören diejenigen, in denen Kinder fremde Sprachen sprechen können, ohne sie erlernt zu haben. Man bezeichnet dieses Phänomen als Xenoglossie. Die Autor:innen der Studie des Monats, die an der DOPS arbeiten, stellen einen Vergleich von CORT-Fällen mit und ohne Xenoglossie an. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob sich die Xenoglossie-Fälle durch bestimmte Merkmale auszeichnen.
- Journal of Anomalistics / Zeitschrift für Anomalistik : Ausgabe 1/2025 erschienen
- Anomalistik Podcast #46: Magie - Theorie und Praxis
- Anomalistik Podcast #45: Evolution lebensfähiger Systeme
- Klarbewusst, und niemand nimmt es wahr: Locked-in-Erfahrung im Koma-Zustand
- Anomalistik Podcast #44: Erforschung der Hessdalen-Phänomene
- Anomalistik Podcast #43: Paranormale Forschung in Österreich
- Telepathie, Non-Lokalität und Neuro-Kapitalismus
- Journal of Anomalistics / Zeitschrift für Anomalistik : Ausgabe 1/2025 erschienen
- Anomalistik Podcast #42: Grenzwissenschaften in den Medien
- Anomalistik Podcast #41: Lebendiger Kosmos - Entstehung von Information, Bewusstsein und Bedeutung
