• Arbeitskreis-Leiter: Andreas Sommer

Gegenstandsbereich

Die traditionelle Wissenschaftstheorie (oder Wissenschaftsphilosophie) gilt als Teilgebiet der Philosophie und beschäftigt sich unter meist abstrakt-philosophischen Gesichtspunkten mit Fragen wie

  • Was ist Wissenschaft?
  • Was ist wissenschaftlich gesicherte Erkenntnis?
  • Worin besteht wissenschaftlicher Fortschritt?
  • Wo sind die Grenzen wissenschaftlicher Erkenntnis?

Wissenschaft ist eine Kulturgröße mit konkreten Auswirkungen auf unseren Lebensalltag und fordert darum – ebenso wie Politik, Religion und andere gesellschaftlichen Institutionen – eine kritische Würdigung (nicht zu verwechseln mit Wissenschaftsfeindlichkeit). Zum Verständnis der sozialen und kulturellen Bedingtheit von Wissenschaft im Verhältnis zu obigen philosophischen Grundfragen fallen heute darum auch vermehrt wissenschaftssoziologische und wissenschaftshistorische Ansätze und Befunde in den Gegenstandsbereich der Wissenschaftstheorie (international wird dieser disziplinübergreifende Zugang zur Wissenschaftstheorie meist unter dem Schlagwort "Science Studies" – deutsch: "Wissenschaftsforschung" – praktiziert).

Ziele des Arbeitskreises Wissenschaftstheorie/Wissenschaftsforschung

Debatten um gewisse wissenschaftliche Anomalien lassen sich meist auf die oben genannten wissenschaftsphilosophischen Grundfragen über das Wesen von Wissenschaft zurückführen. Die oft emotional geführten Auseinandersetzungen zwischen Gegnern und Befürwortern unorthodoxer und kontroverser Forschungsbereiche finden in aller Regel auf dem Hintergrund überholter oder naiver Wissenschaftskonzepte sowie unreflektierter Grundannahmen statt, die Wissenschaft beispielsweise als fertige und uniforme Weltanschauung statt eines vielfältigen und idealerweise flexiblen Inventars gewisser Methoden und epistemologischen Positionen auffassen.

Ziel des AK Wissenschaftstheorie/Wissenschaftsforschung ist es daher, gewisse überkommene Meinungen über Wissenschaft unter Bezug zu laufenden Fachdiskussionen in der wissenschaftsphilosophischen, -historischen und -soziologischen Literatur kritisch zu hinterfragen und über aktuelle Entwicklungen innerhalb der Wissenschaftsforschung zu informieren. Als Anlaufs- und Informationsstelle für Wissenschaftspraktiker, Journalisten, Pädagogen und wissenschaftliche Laien soll der AK Wissenschaftstheorie/Wissenschaftsforschung zu einem informierten Diskurs zwischen Befürwortern und Gegnern umstrittener wissenschaftlicher Thesen beitragen sowie zu selbständigem Denken über Wissenschaft und deren Grauzonen anregen.