Das im Kontext der Quantenmechanik vielleicht bekannteste physikalische Experiment ist das sogenannte "Doppelspaltexperiment", bei dem ein Lichtstrahl auf eine mit zwei Schlitzen versehene Blende gerichtet wird und sich auf einem dahinter liegenden Schirm typische Interferenzmuster zeigen. Das für die Weltanschauung der klassischen Physik provozierende Merkmal besteht darin, dass auch Teilchen sich wie optische Wellen verhalten und entsprechende Interferenzmuster erzeugen, dass jedoch diese Wellenfunktion zusammenbricht, wenn ein Beobachter (Detektor) den Weg eines bestimmten Teilchens zu messen versucht. Die Beobachterabhängigkeit macht dieses experimentelle Design attraktiv für parapsychologische Experimente zur Geist-Materie-Interaktion. Der amerikanische Parapsychologe Dean Radin führte mit Kolleginnen und Kollegen insgesamt sechs Experimente durch, die mit optischen Doppelspaltsystemen konzipiert worden waren.

Mit der aktuellen Studie des Monats soll auf eine Publikation hingewiesen werden, die vor etwas mehr als einem Jahr im Journal of Scientific Exploration erschienen ist, jedoch auf ältere Arbeiten zurückgeht. Der Artikel wurde von Suitbert Ertel verfasst, einem emeritierten Professor der Psychologie, der mit dem sogenannten Ballzieh-Test eine ökonomische Methode zur Durchführung von ASW-Experimenten entwickelt hat. Diese Methode wurde von vielen skeptischen Kollegen in verschiedener Hinsicht kritisiert und von Ertel, der sich dieser Kritik stellte, sukzessive verbessert, indem er stichhaltige Kritikpunkte entschärfte. Die Zeitschrift für Anomalistik veröffentlichte in den Ausgaben 2007(3) und 2009(1+2+3) Arbeiten Ertels, die sich auf Ballzieh-Test-Experimente bezogen. Der interessante Aspekt des hier vorgestellten Artikels besteht darin, dass es sich um eine Reanalyse von Replikationsexperimenten handelt, die von zwei Psychologiestudenten in London unter der Supervision des Skeptikers Prof. Christopher French durchgeführt worden waren und zu bemerkenswerten Ergebnissen führten.

Klinische Parapsychologie ist ein Begriff, der in den letzten Jahren zunehmend Beachtung auch außerhalb des engeren Feldes der Parapsychologie gewonnen hat. Er bezeichnet einen Ansatz, bei dem Ergebnisse der parapsychologischen Forschung in der psychologischen/ psychiatrischen Praxis und Beratung berücksichtigt werden. 2007 gab es eine erste internationale Konferenz zur Klinischen Parapsychologie in den Niederlanden. Die anlässlich dieser Veranstaltung gehaltenen Vorträge bilden die Grundlage eines soeben erschienenen und empfehlenswerten Sammelbandes Perspectives of Clinical Parapsychology, der von Wim H. Kramer, Eberhard Bauer und Gerd H. Hövelmann herausgegeben wurde. Für die aktuelle Studie des Monats habe ich ein Kapitel dieses Bandes ausgewählt, das einen Einblick in das Themenfeld aus einer eher phänomenologischen Sicht gibt.

Im Zusammenhang der Aufarbeitung und Kommentierung des Tsunami-Ereignisses am 26. Dezember 2004 wurde verschiedentlich auf seltsames Verhalten von Tieren hingewiesen, das im Vorfeld der Katastrophe beobachtet worden war. Ähnliches gilt für das große Erdbeben, das im Jahr 2008 China heimsuchte (siehe Spiegel-Online-Artikel vom 16.5.2008). In der aktuellen Studie des Monats stellt eine internationale Forschergruppe ein geophysikalisches Erklärungsmodell für ein solches - auf 'Vorahnung' bzw. 'Vorwissen' des zu erwartenden Erdbebens beruhendes - auffälliges Verhalten von Amphibien vor.

Parapsychologische Forschung wird meistens mit dem europäischen und nordamerikanischen Raum assoziiert. Dass sich inzwischen - aus unserer Perspektive wenig wahrgenommen - an anderen Orten eine vitale Forscherszene entwickelt hat, konnte man während der 54th PA Convention feststellen, die in diesem Jahr erstmals in Brasilien stattfand. Dort stellte auch der japanische Biophysiker Prof. Hideyuki Kokubo seine aktuelle Forschung vor. Kokubo leitet die International Society of Life Information Science (ISLIS), ein Institut, das sich seit 1996 der anomalistischen Forschung widmet, regelmäßig Symposien veranstaltet und viele interessante Forschungsprojekte durchführte. Eine Reihe von Projekten, die Kokubo mit seinen Mitarbeitern seit einiger Zeit betreibt, beschäftigt sich mit dem Einfluss, den Heilerinnen und Heiler auf die Gasemissionen von verletzten Pflanzen ausüben.