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Studie des Monats

Zur Verteidigung der Präkognitionsforschung – eine Meta-Analyse zu den Präkognitionsexperimenten nach Daryl Bem

Gerhard Mayer 15. August 2017

Daryl Bem sah sich in diesem Jahr genötigt, einen Leserbrief mit dem Titel „In Defense of Research on Precognition“ an die Zeitschrift The Chronicle of Higher Education zu schreiben, nachdem, wieder einmal, uninformierte Kritik an seinen Präkognitionsexperimenten an der Cornell University in einem Artikel mit dem Titel „Spoiled Science“ publiziert worden war. Diese Forschung würde weitgehend lächerlich gemacht.

In seinem kurzen Leserbrief wies er auf eine 2015 von ihm und Kollegen publizierte Meta-Analyse von 90 Replikationen seiner Experimente in verschiedenen Labors weltweit hin, die eine deutliche Bestätigung seiner ursprünglichen Befunde anzeigt. Diese für die experimentelle parapsychologische Forschung so wichtige Publikation soll in der Studie des Monats präsentiert werden und damit auch für zukünftige Recherchen an diesem Ort verfügbar sein.

Bem, D., Tressoldi, P., Rabeyron, T., & Duggan, M. (2015/2016). Feeling the future: A meta-analysis of 90 experiments on the anomalous anticipation of random future events. F1000Research 2016, 4:1188 Last updated: 25 DEC 2016

Was zeigt uns der Versuchsleiter-Effekt?

Gerhard Mayer 28. Juni 2017

Der Versuchsleiter- oder auch Experimenter-Effekt ist in der experimentellen parapsychologischen Forschung schon lange bekannt. Er basierte zunächst auf der Beobachtung, dass bestimmte Versuchsleiterinnen und Versuchsleiter besonders häufig positive Ergebnisse mit ihren Psi-Experimenten erzielten, während bei anderen besonders häufig reine Zufallsergebnisse zustande kamen. So lag die Vermutung nahe, dass die Persönlichkeit und das Verhalten der ExperimentatorInnen eine bedeutsame Rolle im Ablauf von solchen Experimenten spielen. Zwei Hypothesen sind, bei Ausschluss der Betrugshypothese, möglich: Zum einen, dass deren Verhalten an sich psi-fördernd sein kann, etwa durch das Schaffen einer freundlichen, zugewandten entspannten und motivierenden Atmosphäre; oder aber dass die ExperimentatorInnen selbst auf paranormalem Wege unbewusst den Ausgang der Experimente beeinflussen.

Weiterlesen: Was zeigt uns der Versuchsleiter-Effekt?

Charakteristika des Erlebens von Geistererfahrungen

Gerhard Mayer 25. April 2017

Einer der bedeutsamsten Untersucher von Spukfällen und Geistererfahrungen der letzten Dezennien war der amerikanische Psychologe William G. Roll (1926-2012). Roll prägte den Begriff RSPK (=recurrent spontaneous psychokinesis) als eine wissenschaftlich handhabbare Bezeichnung für Spuk- bzw. Poltergeistphänomene. Seine reiche Erfahrung aus der Feldforschung fand ihren Niederschlag in entsprechenden Publikationen, etwa dem Buch The Poltergeist (1972, 1976 auch in deutscher Sprache erschienen), aber auch in theoretischen Überlegungen, beispielsweise zu seinem Konzept eines „long body“, d.h. eines jenseits der physikalisch sichtbaren Grenzen wirksamen  ‚Körpers‘, der telepathische Teilhabe jenseits zeitlicher und räumlicher Grenzen ermöglichen soll. Auch Erscheinungserfahrungen (landläufig: Geistererfahrungen) hat er versucht, zu systematisieren. In seinen späten Jahren wollte er gemeinsam mit Bryan J. Williams eine formale Publikation zu dem letztgenannten Thema verfassen.

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„Der Okkultismus ist der Vater der Wissenschaft der Zukunft“ – Die Monatsschrift "Die Uebersinnliche Welt"

Gerhard Mayer 24. Februar 2017

In den letzten Jahren sind viele historische Arbeiten zum Verhältnis von Okkultismus und Wissenschaft für die Entwicklung der westlichen Moderne erschienen. Um nur drei wichtige Arbeiten zu nennen: Corinna Treitels 2004 erschienener Band A Science oft he Soul, Heather Wolfframs The Stepchildren of Science (2009) und Egil Asprems The Problem of Disenchantment (2014). In der neuen Studie des Monats wird eine Arbeit der amerikanischen Historikerin Linda Henderson vorgestellt, die die Schlüsselrolle der von 1893 bis 1922 in Berlin erschienenen deutschen Wochenschrift „Die Uebersinnliche Welt“ in den Blick nimmt.

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Eine Theorie des Unheimlichen

Gerhard Mayer 13. Dezember 2016

Bei dem hier vorgestellten Text handelt es sich nicht um eine wissenschaftliche Studie im eigentlichen Sinn, sondern um einen kurzen Essay eines New Yorker Professors für Philosophie, David Livingston Smith, den er in dem Online-Magazine Aeon veröffentlicht hat. Der Artikel kommt hier fast ein wenig spät, würde er doch besser an den Übergang vom Oktober zum November, nämlich zu Halloween, passen, denn er behandelt die Frage, was es genau ist, das ein Gefühl des Grusels und des Unheimlichen in den Menschen auslöst. Dieses Gefühl unterscheidet sich deutlich von anderen Formen der Angst, die durch verschiedenste Formen der Bedrohung ausgelöst werden können.

Weiterlesen: Eine Theorie des Unheimlichen
  1. Die Besonderheiten der Anomalistik-Forschung und das Paradigma der reflexiven Anomalistik
  2. Paranthropology – Überlegungen zu einem interessanten Forschungsansatz
  3. Können begabte Individuen auf Fotografien erkennen, ob die abgebildeten Menschen verstorben sind?
  4. Globale Harmonie und Zufallsprozesse

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