Mit der neuen Studie des Monats greifen wir ein altes Problem auf, mit dem die anomalistische Forschung seit je her konfrontiert wird. Es geht nämlich um die Frage der Abgrenzung von Wissenschaft und Nicht-Wissenschaft, also um das so genannte Demarkationsproblem. Der Autor des hier vorgestellten Textes, Michael Hagner, weist in seinem wissenschaftshistorischen Rückblick schlüssig nach, dass die Versuche, den Begriff der "Pseudowissenschaft" als analytischen Ordnungsbegriff sinnvoll zu etablieren, bislang gescheitert sind.

Vom 26.-28. März 2010 veranstaltet die Gesellschaft für Anomalistik in Heidelberg die Tagung "Klartraum - Wahrtraum" zum Themenfeld der luziden Träume und der anomalistischen Traumforschung. Aus diesem Anlass habe ich einen Grundlagentext zur Phänomenologie des luziden Träumens ausgewählt, den der Pionier der Forschung zum luziden Träumen, Stephen LaBerge, gemeinsam mit Donald J. DeGracia verfasst hat und der im Jahr 2000 als Teil einer Anthologie zur Bewusstseinsforschung erschienen ist. Der Artikel gibt einen guten Einblick in die Probleme der Charakterisierung und Unterscheidung verschiedener Traumformen.

Keinem Besucher dieser Internetseiten dürfte die Figur des "verrückten Wissenschaftlers", des "Mad Scientist", unbekannt sein. Die meisten werden schon im Kinderzimmer mit dieser Gestalt konfrontiert, etwa in der liebenswerten Variante eines "Daniel Düsentrieb". Die letzte diesjährige Studie des Monats ist einer kulturgeschichtlichen Analyse dieses Themas gewidmet. Der Chemiker und Wissenschaftshistoriker Joachim Schummer konturiert in seinem Aufsatz verschiedene Varianten dieses Typus anhand verschiedener literarischer Darstellungen und verortet sie im Kontext der jeweils relevanten historischen Fragestellungen.

Tagung der GfA am 26.-28. März 2010 in Heidelberg

[Tagungsflyer als PDF-Datei]

Luzide Träume, auch Klarträume genannt, sind inzwischen als Gegenstand der akademischen Traumforschung etabliert – wenngleich man außerhalb des beteiligten Wissenschaftlerkreises wenig über diese Forschungen weiß. Demgegenüber sind Wahrträume, verstanden als "hellsichtige", "telepathische" oder "präkognitive" Träume, zwar als selbstverständlicher Teil des kulturellen Erbes der Menschheit weithin bekannt, fristen aber aufgrund ihrer eigenwilligen und provozierenden Natur ein akademisches Schattendasein im Umfeld der anomalistischen Forschung.

Die Gesellschaft für Anomalistik hat für diese Tagung ausgewiesene Experten eingeladen, um die aktuellen empirischen und philosophischen Forschungsansätze zu diesen Themenbereichen vorzustellen und kritisch zu diskutieren.

Die jüngste Ausgabe der Zeitschrift für Anomalistik, erschienen als Jahresband 2008, widmet sich der Bedeutung Freiburgs als zentralem Standort der Anomalistik-Forschung in Deutschland. So diskutieren Gerhard Mayer und Michael Schetsche im Editorial die Bedeutung Freiburgs als traditionelle Hochburg esoterischer und New-Age-verwandter Glaubensströmungen einerseits und als Zentrum der deutschsprachigen wissenschaftlichen Parapsychologie seit 1950 andererseits. Gemäß des Themenschwerpunkts des Heftes stammen die Hauptbeiträge allesamt von Autoren mit Anbindung an eine der beiden anomalistischen Forschungsstätten in Freiburg, dem Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene (IGPP) bzw. der Abteilung für komplementärmedizinische Evaluationsforschung am Institut für Umweltmedizin (IUK), Universitätsklinikum Freiburg.