Geballte Expertise – The SETI Post Detection Hub

Nachdem der Glaube an intelligente extraterrestrische Lebensformen während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und teilweise noch erheblich länger als Ausdruck uninformierten und unwissenschaftlichen Denkens angesehen worden ist – seinen Niederschlag findet diese Position noch in der weit verbreiteten Revised Paranormal Belief Scale von Tobacyk (2004), in dem das Item „There is life on other planets“ neben solchen wie „The number ‚13‘ is unlucky“ steht und Ausdruck paranormaler oder abergläubischer Glaubensvorstellungen darstellen soll –, hat sich die Situation im Lauf der letzten beiden Jahrzehnte fundamental gewandelt. Mit der exponentiellen Entdeckung potenziell lebensfreundlicher Exo-Planeten wurden Vorstellungen extraterrestrischen Lebens wissenschaftlich wieder salonfähig. Mit großem Aufwand sucht man seit geraumer Zeit nach Signalen intelligenten Lebens in den Weiten des Alls (SETI). Sichtungen von unidentifizierten Flugobjekten mit sonderbarem Flugverhalten (UAPs/UFOs) finden auch außerhalb der UFO-Szene größere Beachtung. Die Modellierung von Szenarien eines Erstkontakts mit Aliens geschieht nicht mehr nur in fiktionalen Formaten wie der Science-Fiction-Literatur, sondern wird zunehmend auch im akademischen Bereich zu einem Thema, wie man etwa an den Arbeiten zu einer Exo-Soziologie (Schetsche & Anton) sehen kann. In diesem Kontext stellt der SETI Post Detection Hub eine relativ neue Organisation dar, die 2022 an der schottischen University of St. Andrews ins Leben gerufen wurde und die in dieser Studie des Monats vorgestellt wird.

Der Autor der Studie, John Elliott, ist Informatiker und beschäftigt sich seit den späten 1990er Jahren mit SETI und den möglichen Folgen eines Kontaktes mit extraterrestrischer Intelligenz. Er ist maßgeblich an der Gründung des SETI Post Detection Hub beteiligt und stellt diese Organisation in ihrer Geschichte, Ziel- und Zusammensetzung vor. Dabei streift er auch die schwierigen Fragen um das Erkennen von und der Kommunikation mit dem „maximal Fremden“.