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Zeitschrift für Anomalistik Band 20 (2020) Nr. 1+2


Zeitschrift für Anomalistik 20 (2020), Nr. 1+2, S. 6–13
DOI: 10.23793/zfa.2020.6

Editorial: Ein besonderes Projekt – besondere Herausforderungen 20 Jahre Zeitschrift für Anomalistik

Editorial: A Particular Project – Particular Challenges 20 Years of Zeitschrift für Anomalistik

Gerhard Mayer


Zeitschrift für Anomalistik 20 (2020), Nr. 1+2, S. 14–48
DOI: 10.23793/zfa.2020.14

Eyewitness Reports Concerning a Putative North American Hominoid: Anomaly or Artifact?
(Augenzeugenberichte über ein angebliches nordamerikanisches hominoides Wesen: Anomalie oder Artefakt?)

James E. King, Michael A. Woodley of Menie, Matthew A. Sarraf, J. Richard Greenwell (†)

Zusammenfassung

Zusammenfassung – Ein großer Datensatz von US-amerikanischen und kanadischen Augenzeugenberichten über ein mutmaßliches nordamerikanisches hominoides Wesen wird untersucht, um Reaktionsmuster zu ermitteln. Die Berichte sind in fünf Kategorien gruppiert: 1) Augenzeugenberichte, 2) ökologische Daten, 3) ethologische Daten, 4) morphologische Daten und 5) ichnologische Daten. Es gibt 36 (von 78) berichtete hominoide Merkmale, die statistisch signifikante „Auffälligkeiten“ darstellen (die modalen Prozentwerte von Berichten, in denen diese Merkmale identifiziert werden, sind signifikant höher als die mit anderen identifzierten Merkmalen), was auf ein hinreichendes Maß an Konvergenz zwischen den Zeugen hinweist. Bestimmte Merkmale der Berichte lassen auf die Morphologie und das Verhalten von Menschenaffen schließen, wie z. B. das Vermeiden, gesehen zu werden, und das Fluchtverhalten. Die Modellierung der kumulativen Artenbeschreibungskurve für die Affen-Superfamilie (Hominoidea) zeigt, dass in den nächsten 49 bis 113 Jahren wahrscheinlich ein bis drei weitere Arten beschrieben werden, sodass Platz für neue Hominoid-Taxa geschaffen werden sollte. Die Möglichkeit, dass wiederkehrende Muster in den Berichten auf eine Art „Aktivierung von Stereotypen“ zurückzuführen sein könnten, die die Interpretation des sensorischen Inputs und/oder die Erinnerung verzerrt, wird ausführlich berücksichtigt.

Schlüsselbegriffe: Bigfoot – Kryptozoologie – Augenzeugenberichte – Hominologie – hominoid – Sasquatch


Zeitschrift für Anomalistik 20 (2020), Nr. 1+2, S. 49–65
DOI: 10.23793/zfa.2020.49

Kommentare zu „Eyewitness Reports Concerning a Putative North American Hominoid: Anomaly or Artifact?“

  • Henry Bauer: A Brief Commentary on the Paper by King, Woodley, Sarraf, & Greenwell
  • Stefan Krall: Hominoids Include not only Hominids but also Gibbons
  • Ulrich Magin: Three Major Mistakes for one Doubtful Bigfoot
  • Jeff Meldrum: The Role of Eyewitness Testimony in the Search for Sasquatch
  • Michel Meurger: Sasquatches, Dragons and Mermen
  • Charles G. M. Paxton: Identifying the Statistical Population of Relevance is Important

Zeitschrift für Anomalistik 20 (2020), Nr. 1+2, S. 66–85
DOI: 10.23793/zfa.2020.66

Antwort der Autoren
The Anomaly Remains

Michael A. Woodley of Menie, Matthew A. Sarraf, James E. King, J. Richard Greenwell


Zeitschrift für Anomalistik 20 (2020), Nr. 1+2, S. 86–117
DOI: 10.23793/zfa.2020.86

Astrologie und Wissenschaft – ein prekäres Verhältnis.
Teil 1: Historischer Rückblick auf die deutschsprachige Astrologie im 20. Jahrhundert und gegenwärtige Entwicklungen

Gerhard Mayer

Zusammenfassung

Zusammenfassung – Dieser zweiteilige Aufsatz beleuchtet das schwierige Verhältnis von Astrologie und Wissenschaft aus verschiedenen Perspektiven. Während im vorliegenden ersten Teil ein historischer Rückblick auf die Entwicklungen im 20. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum gegeben wird, beschäftigt sich der zweite Teil (in der kommenden Ausgabe) mit theoretischen und methodischen Überlegungen zu empirischen Untersuchungen zur Validität der Astrologie. Während des 20. Jahrhunderts wurde die Astrologie im deutschsprachigen Raum von einigen Personen geprägt, die ein besonderes Streben nach Anschlussfähigkeit an wissenschaftliche Befunde und Modelle sowie nach einer naturphilosophischen Fundierung verfolgten. Der Astrologe Thomas Ring entwickelte eine elaborierte „astrologische Anthropologie“, die „revidierte Astrologie“, die den Anspruch hatte, anschlussfähig an andere wissenschaftliche Disziplinen wie die Biologie und die Psychologie zu sein. In dem Parapsychologen Hans Bender fand Ring einen interessierten Ansprechpartner, der bereit war, Experimente zur Überprüfung der Astrologie durchzuführen. Diese Offenheit für wissenschaftliche Überprüfung, kombiniert mit dem Wunsch, alte, auf magischem Analogiedenken beruhende Konzepte durch stärker mit wissenschaftlichen Modellen kompatible zu ersetzen, fand erst seit den 1990er Jahren vernehmbare Kritik von einigen Astrologen. Denn Kritiker empfanden den vertretenen psychologisch-wissenschaftlichen Anspruch als zu einengend. Dies führte neben allgemeinen sozio-kulturellen Entwicklungen zu einer Veränderung der „Astrologieszene“, die unter anderem auf der Basis von einigen Experteninterviews am Ende des ersten Teils beschrieben wird.

Schlüsselbegriffe: Astrologie – experimentelle Untersuchung der Astrologie – magisches Denken – revidierte Astrologie – Wissenschaft – Thomas Ring – Psychologisierung der Astrologie


Zeitschrift für Anomalistik 20 (2020), Nr. 1+2, S. 118–130
DOI: 10.23793/zfa.2020.118

Im Schatten des Szientismus: Das Paranormale in der DDR

Andreas Anton, Michael Schetsche

Zusammenfassung

Zusammenfassung – Der Beitrag fasst die wesentlichen Befunde einer historisch-soziologischen Studie zusammen, die sich der Frage nach dem politischen und gesellschaftlichen Umgang mit „paranormalen“, „okkulten“ oder „übersinnlichen“ Wissensbeständen, Erfahrungen und Praktiken in der DDR widmete. Die aus dem Marxismus-Leninismus abgeleitete „wissenschaftliche Weltanschauung“ in der DDR generierte ein szientistisches Wirklichkeitsmodell, vor dessen Hintergrund im öffentlichen Diskurs der DDR sämtliche im weitesten Sinne okkulten oder paranormalen Themen rigoros abgelehnt wurden. Die eindeutige Stoßrichtung des öffentlichen Diskurses ging mit einem institutionell gestützten Abwehrkampf gegen alles „Irrationale“ einher. Diese diskursiven und institutionellen Maßnahmen zeigten in der DDR-Bevölkerung eine erhebliche Wirkung. Gegen Ende der DDR fand die Beschäftigung mit entsprechenden Themen in der Bevölkerung nur noch vereinzelt und verborgen statt. Insgesamt dokumentieren die Befunde eine weitgehend erfolgreiche Marginalisierung abweichender Praktiken und Glaubenssysteme in einer Gesellschaft mit einer sehr strikten Wirklichkeitsordnung.

Schlüsselbegriffe: DDR – Sozialismus – Szientismus – Aberglaube – Okkultismus – Parapsychologie – Diskursanalyse


Zeitschrift für Anomalistik 20 (2020), Nr. 1+2, S. 131–153
DOI: 10.23793/zfa.2020.131

„Nur ein milder Schein des Erlebten“. Ergebnisse einer Online-Umfrage zu Nahtod-Erfahrungen im deutschsprachigen Raum

Michael Nahm

Zusammenfassung

Zusammenfassung – Über sogenannte Nahtod-Erfahrungen (NTE) gibt es die faszinierendsten Berichte, und Umfragen haben gezeigt, dass solche Erlebnisse gar nicht so selten sind. Allerdings finden sich insbesondere im deutschsprachigen Raum nur wenige Untersuchungen, worin die sogenannte NTE-Skala eingesetzt worden ist, ein eigens auf die Untersuchung von NTE abgestimmter Fragebogen. Unser Artikel schließt diese Lücke und stellt die Ergebnisse einer Online-Umfrage vor, die im Jahr 2015 durchgeführt worden ist. Dabei zeigte sich, dass sich unsere Stichprobe sowohl hinsichtlich der Inhalte, Intensität und Tiefe der NTE als auch in Bezug auf die demografischen Merkmale der Erlebenden kaum von anderen Stichproben unterscheidet – auch im internationalen Vergleich. Neben den standardisierten Antworten untersuchten wir zudem Freitextschilderungen der Befragten im Hinblick auf die inhaltliche Variabilität sowie die biografischen Nachwirkungen von NTE. Es wurde deutlich, dass NTE einschneidende und wirkungsvolle Erlebnisse im Leben der Betroffenen darstellen. Die Schilderungen zeigen aber auch, dass diese Erlebnisse nicht immer mit dem Sterben zu tun haben, sondern häufig unter harmloseren Umständen auftreten. Bemerkenswerterweise bleiben die Intensität, Tiefe und Folgen der Erfahrungen davon unberührt.

Schlüsselbegriffe: Nahtod-Erfahrung (NTE) – Umfrage – NTE-Skala – Todesnähe – Nachwirkung von NTE


Zeitschrift für Anomalistik 20 (2020), Nr. 1+2, S. 154–167
DOI: 10.23793/zfa.2020.154

Die Gnomen der Sieben Weisen und die Gebote der Bergpredigt

Wilhelm Mattes

Zusammenfassung

Zusammenfassung – Um 600 v. Chr. beginnt in der Geschichte der Griechen eine neue Epoche: (1) Soziale und politische Spannungen führen zu gesellschaftlichen Neuerungen; (2) das mythische Weltbild wird von der entstehenden Naturphilosophie korrigiert; (3) das unpersönliche Epos wird von der lyrischen Dichtung abgelöst (d. h. Freiheit der Gedanken und der Gefühle). Die Priester in Delphi, als Berater in allen Lebenslagen, erkannten die Notwendigkeit, ethische Normen als Richtschnur für das Handeln aufzustellen. Sie beauftragten sieben herausragende Persönlichkeiten, jeweils 20 Gnomen als praktische Anweisungen für das tägliche Leben vorzulegen. Die sieben Kataloge ließen sie, in Stein gemeißelt, im Pronaos des Tempels aufstellen; die zwei wichtigsten Gnomen: „Erkenne dich selbst!“ und „Nichts im Übermaß!“ wurden auf dem Architrav des Tempels in großen Lettern angebracht. Die Gnomen beantworten die beiden Grundfragen der Ethik: „Wie soll der Mensch als soziales Wesen handeln?‘‘ und „Wie muss er sich selbst hierfür ausformen?“ Die Gnomen enthalten, im Gegensatz zu dem Dekalog im Alten Testament, keine religiösen Gebote und keine strafrechtlichen Verbote. Der Evangelist Matthäus hat in seiner Bergpredigt die christliche Ethik, mit ebenfalls 20 Geboten, gegen die heidnische gestellt; es handelt sich z. T. um religiöse Vorschriften oder sie beruhen auf der jüdischen Tradition. Neun Gebote entsprechen heidnischen Gnomen (d. h. sie sind Grundsubstanz jeglicher Ethik). Der wichtigste Unterschied zeigt sich in den beiden Hauptforderungen: „Erkenne dich selbst“ und „Nichts im Übermaß“ in der altgriechischen Ethik, in der christlichen Ethik dagegen: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ und „Liebt eure Feinde“. Die heidnischen Forderungen sind lebensnah und praktikabel; die christlichen Forderungen sind überhöht und unrealistisch.

Schlüsselbegriffe: Gnomen – Sinnsprüche – „Erkenne dich selbst“ – „Nichts im Übermaß“ – Zahlensymbolik – Dekalog – 10 Gebote – Bergpredigt – Orakel


Zeitschrift für Anomalistik 20 (2020), Nr. 1+2, S. 168–177
DOI: 10.23793/zfa.2020.168

Miszelle
„Plötzlich erhob sich die Bettlade“. Ein Klopfgeist 1852/1853 in Bergzabern

Ulrich Magin


Zeitschrift für Anomalistik 20 (2020), Nr. 1+2, S. 178–206
DOI: 10.23793/zfa.2020.178

Rezensionen

  • MJ Banias (2019). The UFO People. A Curious Culture
    Rezensent: Ingbert Jüdt
  • Colm A. Kelleher, George Knapp (2019). Jagd auf den Skinwalker. Auf einer abgelegenen Ranch in Utah stellen sich Forscher dem Unerklärlichen
    Rezensent: Ingbert Jüdt
  • Edwin C. May, Sonali Bhatt Marwaha (2018–2019). The Star Gate Archives. Vol. 1–4
    Rezensent: Maximilian Müller
  • Thomas Waters (2019). Cursed Britain. A History of Witchcraft and Black Magic in Modern Times
    Rezensentin: Meret Fehlmann
  • René Ebersbach, Matthias Kettner, Ulrich Weger, Peter Heusser (Hrsg.)(2019). Freiheit?! Freiheitsbewusstsein. Neurowissenschaftliche Tatsachen. Gesellschaftliche Bedeutung
    Rezensent: Marc Wittmann
  • Guy Leschziner (2019). Nachtaktiv. Albträume, das Gehirn und die verborgene Welt des Schlafs
    Rezensent: Gerhard Mayer
  • Andreas Mäckler (Hrsg.) (2020). Schwarzbuch Wikipedia. Mobbing, Diffamierung und Falschinformation in der Online-Enzyklopädie und was jetzt dagegen getan werden muss
    Rezensent: Florian G. Mildenberger

Zeitschrift für Anomalistik 20 (2020), Nr. 1+2, S. 206–207

Corrigenda


Zeitschrift für Anomalistik 20 (2020), Nr. 1+2, S. 208–216

Abstracts-Dienst/Literaturspiegel

Gerhard Mayer