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Gesellschaft für Anomalistik e.V.


Einflüsse des Mondes

Benbadis, Selim; Chang, Stanley; Hunter, Joel; Wang, Wei
The influence of the full moon on seizure frequency: Myth or reality?
In: Epilepsy and Behavior 5 (4), 596-597, 2004

Abstract: “To investigate a possible relationship between seizure frequency and the lunar cycle, we reviewed the occurrence of seizure recorded in our epilepsy monitoring unit over a 3-year period. Analysis of the total number of seizures (epileptic plus nonepileptic) showed no significant association. A separate analysis revealed that for nonepileptic seizures, there was an increase at the full moon and for epileptic seizures, an increase in the last quarter. We conclude that there is no ‘full moon’ effect on seizures as a whole although there is a possible effect on nonepileptic seizures.”

 

Bhattacharjee, Chanchal; Bradley, Peter; Smith, Matt; Scally, Andrew J.; Wilson, Bradley J.
Do animals bite more during a full moon? Retrospective observational analysis
In: British Medical Journal 321, 1559-1561, 2000

Zu 1621 Patienten, die in einem englischen Hospital behandelt werden mussten weil sie von einem Tier gebissen worden waren, wurde untersucht, ob sich die Tierbisse zu einer bestimmten Mondphase häufen. In der Tat ergab sich eine signifikante Zunahme der Tierbisse zur Vollmondzeit, wobei allerdings Ungleich-verteilungen über die Wochentage nicht kontrolliert wurden.

 

Chapman, Simon; Morrell, Stephan
Barking mad? Another lunatic hypothesis bites the dust
In: British Medical Journal 321, 1561-1563, 2000

Zu 1671 Patienten, die in Australien wegen Hundebissen ärztlich behandelt werden mussten, wurde untersucht, ob sich die Hundebisse zu einer bestimmten Mondphase häufen. Nachdem festgestellt worden war, dass an Wochenenden mehr Menschen von Hunden gebissen wurden als unter der Woche, wurde die Wochentagsverteilung kontrolliert. Unter Kontrolle des Wochentags verteilte sich die Häufigkeit der Hundebisse rein zufällig über die Mondphasen.

 

Guiard, Volker
Beeinflusst der Mond das Pilzwachstum? Ergänzungen zu einer Reanalyse
In: Zeitschrift für Anomalistik 3, 251-260, 2003

In der Reanalyse von Guiard (2002) zu einer Studie von Hirschmann und Hirschmann (2000) über den Effekt der Mondphase auf das Pilzwachstum sind noch einige Probleme offen geblieben. So gab es für den Skalenparameter in dem verwendeten verallgemeinerten linearen Modell zwei Schätzmethoden, welche zu recht unterschiedlichen Testergebnissen führten. Weiterhin beschrieb Plantiko in seinem Kommentar eine Auswertungsmethode, welche teilweise völlig andere Resultate lieferte. Diese beiden Probleme sollen im folgenden gelöst werden. Berücksichtigt man, dass sowohl das Pilzvorkommen als auch die Mondphase zwischen aufeinander folgenden Tagen nicht unabhängig sind, dann liegt das Ergebnis von Hirschmann und Hirschmann völlig im Normalbereich und kann nicht als ein Hinweis auf eine Mondabhängigkeit des Pilzwachstums interpretiert werden.

 

Hira, K. et al.
Influence of superstition on the date of hospital discharge and medical cost in Japan
In: British Medical Journal 317, 1680-1683, 1998

Untersucht wurden die Aufenthaltszeiten von Patienten in einem japanischen Krankenhaus in Abhängigkeit davon, ob die Patienten an Taian-Batsumetsu glaubten, "a superstition relating to the six-day lunar calender". Die Autoren folgern, dass der Glaube an günstige und ungünstige Tage im Rahmen des Taian-Batsumetsu-Systems die Aufenthaltszeit der Patienten im Krankenhaus verlängere und dies das Krankenhaus pro Jahr etwa 31000 englische Pfund koste.

 

Hirschmann, Ursula; Hirschmann, Fritz
Unser Mond und sein Einfluss auf das Pilzwachstum - Lassen sich Zusammenhänge nachweisen?
In: Natur und Mensch. Jahresmitteilungen der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg 1999, S. 79-82, 2000

Die Verfasser, die seit Jahrzehnten als Pilzsachverständige beratend für die Bevölkerung tätig sind, überprüften 1800 Protokolle von Pilzberatungen für die Bevölkerung, die sich über drei Jahrzehnte erstreckten. Zu ihrer eigenen Überraschung fanden die Autoren eine deutliche, sinusförmige Abhängigkeit sowohl der Zahl der Pilzberatungen als auch der Zahl der vorgelegten Pilze pro Beratung in Abhängigkeit von der Mondphase. Die meisten Pilze (bzw. Beratungen) wurden etwa eine Woche vor Vollmond vorgelegt (bzw. durchgeführt).

 

Kollerstrom, Nicholas; Steffert, Beverley
Sex differences in response to stress by lunar month: A pilot study of four years crisis-call frequency
In: BMC Psychiatry 3, 20, 2003

In einer explorativen Studie zur Frequenz von Anrufen bei einem Krisen-Beratungstelefon ergab sich insgesamt kein signifikanter Zusammenhang zu den Phasen des Mondes. Wird die Stichprobe allerdings nach Männern und Frauen getrennt, so zeigen sich gegenläufige Effekte für die beiden Geschlechter, deren Realität in zukünftigen Studien zu prüfen wäre.

 

Laverty, W.H.; Kelly, I.W.
Cyclical Calendar and Lunar Patterns in Automobile Property Accidents and Injury Accidents
In: Perceptual and Motor Skills 86, 299-302, 1998

Die Autoren analysierten über neun Jahre hinweg knapp 300000 Verkehrsunfälle hinsichtlich möglicher Zusammenhänge mit den Mondphasen oder anderen Mondzyklen. Es fanden sich zwar jahreszeitliche und andere vom Kalender abhängige Zyklen, jedoch keinerlei Beziehung zum Mond.

 

Simón, A.
Aggression in a prison setting as a function of lunar phases
In: Psychological Reports 82, 747-752, 1998

Untersucht wird das Vorkommen aggressiver Übergriffe in einem texanischen Gefängnis in Abhängigkeit von der Mondphase. Es ergab sich keine signifikante Korrelation.

 

Smolle, J.J.; Prause, G.; Kerl, H.
A double-blind, controlled clinical trial of homeopathy and an analysis of lunar phases and postoperative outcome
In: Archives of Dermatology 134, 1368-1370, 1998

Weder signifikante Effekte zugunsten der Homöopathie noch eine Bedeutung der Mondphasen für den Erfolg von Operationen konnten in dieser Studie bestätigt werden.

 

Sweet, Haven
Another Lunar Effect Put to Rest
In: Skeptical Inquirer 23 (6), 47-52, 1999

Behandelt wird die verbreitete Behauptung, dass bei Experimenten mit Bodenproben vom Mond (von den Apollo-Missionen) Pflanzen auf diesem Untergrund aus Mondstaub besser gewachsen sein sollen als auf vergleichbarem irdischen Untergrund. Der Autor, selbst Beteiligter an diesen Experimenten, schildert, warum jene Ergebnisse in den ersten Experimenten auf Fehler in der Versuchsanordnung zurückgingen und sich in späteren Experimenten nicht mehr bestätigten. Der Glaube an die besondere Fruchtbarkeit des Mondstaubs sei folglich als Mythos zu bewerten.

 

Wolbank, S.; Prause, G.; Smolle-Juettner, F.; Smolle, J.; Heidinger, D.; Quehenberger, F.; Spernbauer, P.
The influence of lunar phenomena on the incidence of emergency cases
In: Resuscitation 58, 97-102, 2003

It is widely believed that the incidence of specific emergency cases shows clustering during long observation periods. Though there is no scientific proof, many physicians and other emergency staff believe in influences of the moon or the signs of the zodiac. The aim of our retrospective study over 6 years was to evaluate (a) if there are any statistically documented peaks of frequency of emergency cases at all, and (b) if they can be linked to lunar phenomena. We evaluated all three aspects of the moon: The ‘synodic’ moon (=lunar phases), the ‘sideric’ moon (=distance between moon and earth) and the moon in her relation to the signs of the zodiac (=influence of the zodiac). A total of 11134 patients entered the study. We found highly significant clusters of emergency calls, mainly for lung disorders. However, neither aspect of the moon showed the slightest correlation with the frequency of emergency calls.Trigonometric regression with the period of the anomalistic month and with the synodic month did not show any influence of the moon on emergency in either cases. Though our retrospective data analysis documented clustering of emergency cases, any influence of the moon and the signs of the zodiac can be definitely ruled out.


 

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Letztes Update: 11.02.2005