UFO-Klassifikationen

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Um die gemeldeten und untersuchten UFO-Sichtungen zu spezifizieren, werden unterschiedliche Klassifikationen verwendet.

Klassifikation nach J. Allen Hynek

Von J. Allen Hynek stammt die wohl bekannteste und noch heute vielfach gebräuchliche Klassifikation, nach der die gemeldeten Sichtungen (ohne Wertung) eingeordnet werden:

  • Nocturnal Light - Nächtliches Licht (NL): Anomale Lichter, die in großer Entfernung am Nachthimmel gesehen werden.
  • Daylight Disk - Tageslichtscheibe (DD): Objekte, die in großer Entfernung am Tageshimmel gesehen werden.
  • Radar Visuals - Radar visuell (RV): Ein UFO, das gleichzeitig visuell beobachtet und von Radar registriert wird.
  • Close Encounter of the first/second/third kind - Nahbegegnung der ersten/ zweiten/dritten Art (CE I - III): Ein UFO in kurzer Entfernung zum Zeugen (CE I), mit Einwirkungen auf die Umwelt (Wechselwirkungen, CE II) oder mit Wesen in Verbindung mit der Nahbegegnung (CE III). Diese Einteilung wurde später erweitert um CE IV und V, mit Entführungen durch bzw. regelmäßigen Kontakten zu unbekannten Wesenheiten. Genannt wird gelegentlich auch eine Nahbegegnung der sechsten Art (CE VI), die sich auf Tier- oder Menschenverstümmelungen (sog. Mutilations) bezieht.

Klassifikation nach Allen Hendry

Da die Hyneksche Klassifikation nicht geeignet ist, um die Ergebnisse untersuchter Sichtungen zu differenzieren, findet ergänzend die Klassifikation nach Allen Hendry Anwendung:

  • UFO i.e.S. - Nicht konventionell erklärbare, anomale, atmosphärische Phänomene.
  • IFO - Konventionell erklärbare Sichtungen.
  • Hoax - Betrug bzw.Fälschung, ohne Vorhandensein eines Stimulus.
  • Fantasy - Eine psychologisch bedingte Wahrnehmung, ohne Vorhandensein eines Stimulus.
  • Exceptions - Ausnahmen, die nicht einzuordnen sind, wie ungenügende Daten, unzuverlässige Zeugen, unzureichende Beobachtung oder kein Zusammenhang mit UFOs.

Die UFO i.e.S.-Klassifikation erweitert Hendry um eine weitere Differenzierung:

  • Near IFO - Fälle, die einer herkömmlichen Erscheinung ähnlich sind, aber keinem eindeutigem Stimulus zugeordnet werden können und noch eine geringe Strangeness (Fremdartigkeit) enthalten.
  • Problematic UFO - Fälle, die aufgrund wesentlicher Strangeness keine eindeutige herkömmliche Erklärung nahelegen, eine Erklärung aber nicht vällig ausschließen.
  • Good UFO - Fälle mit mehreren Strangeness-Merkmalen und nur noch minimaler Möglichkeit einer herkömmlichen Erklärung.
  • Best UFO - Fälle mit hoher Strangeness und Zuverlässigkeit, die eine konventionelle Erklärung nahezu ausschließen.

Weitere Klassifikationen

Jacques Vallee unterscheidet Nahbegegnungen nach 4 Kategorien (Anomalie/AN, Vorbeiflug/FB, Flugmanöver/MA, Nahbegegnung/CE), die wiederum mit 5 Unterkategorien kombiniert werden (Sichtung, physische Effekte, fremde Wesen, Transformation in andere Realität, bleibende oder tödliche Verletzungen).

Harley Rutledge unterteilt UFOs i.e.S. in zwei Klassen, Klasse A (Flugkörper mit festen Strukturen und physikalischen Wechselwirkungen mit der Umwelt) und Klasse B (Kugelförmige Lichter oder Leuchtphänomene ohne Wechselwirkungen). Diese Unterteilung wurde später durch MUFON-CES um eine Klasse C erweitert, die speziell paranormale Lichter mit möglichem parapsychologischen oder religiös-sprirituellem Hintergrund enthält.

Willy Smith klassifiziert die beobachteten UFOs für das Projekt UFOCAT u.a. nach crafts (CR, Objekte mit fester Struktur), no objects – lights only (NO, reine Leuchterscheinungen), radar only (RO, reine Radarregistrierungen) und landing (LG, gelandete Objekte).

Rudolf Henke versieht die IFO-Fälle mit einer Verifikation 1., 2. oder 3. Ordnung, die die Zuverlässigkeit der Erklärung angibt.

International sind die Klassifikationen nach Hynek, Hendry und Vallee am gebräuchlichsten. Aus heutiger Sicht finden manche Klassifikationen nicht immer ungeteilte Zustimmung, da bspw. die Hyneksche Einteilung rein objektorientiert sei und insbesondere psychologische Aspekte nur unzureichend berücksichtige. Hhinsichtlich der Hendry-Klassifikation steht die Kritik im Raum, dass der verwendete »Strangeness«-Begriff nicht eindeutig definiert ist und nicht zwischen (beobachterabhängigen) Schein- und Rest-Strangeness (nach Untersuchung) unterschieden wird. Das in der Vergangenheit gebräuchliche »Stimulus-Response-Modell« steht mittlerweile ebenso in der Kritik.

 


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