Archiv: Frühere Studien des Monats In dieser Rubrik weisen wir - monatlich oder zweimonatlich wechselnd - auf wissenschaftliche Studien hin, die besondere Aufmerksamkeit verdienen. Wenn Sie unseren kostenlosen E-Mail-Newsletter abonnieren, werden wir Sie über die Aktualisierungen informieren und auch über weitere aktuelle Forschungsergebnisse auf dem Laufenden halten. Berichte
über Entführungen durch Außerirdische
- eine wissenssoziologische Interpretation
Anfang der siebziger
Jahre dringen in der englischsprachigen Welt eigentümliche
Berichte an eine verwunderte Öffentlichkeit: Zunächst
nur wenige, dann Hunderte und schließlich Tausende
von Menschen behaupten, sie seien des nachts auf einsamer
Landstraße oder sogar aus ihrem Schlafzimmer heraus
gekidnapped und zum Opfer grauenvoller Experimente gemacht
worden. Die Täter: außerirdische Eindringlinge
- technisch weit überlegen, dabei aber erschreckend
skrupellos. Michael Schetsche
beschreibt in seinem Ausatz das Phänomen der Entführungserzählungen
sowie verschiedene wissenschaftliche Erklärungsansätze
und erwägt deren Erklärungskraft. Er geht
speziell auf das sogenannte "False Memory Syndrome"
ein, also auf die Annahme "falscher" Wiedererinnerungen,
die durch Regressionshypnose im Kontext von therapeutischen
Sitzungen zutage treten. Doch auch
diese, auf iatrogene Prozesse abstellende Erklärung
hat Defizite hinsichtlich des kollektiven Status des
Phänomens. Diese legen eine nähere Untersuchung
der fiktionalen und dokumentarischen Medienformate nahe,
in denen die Entführungserzählung verbreitet
wird. In Ergänzung der These vom iatrogenen Ursprung
der Entführungserinnerungen durch medienwissenschaftliche
Befunde stellt er ein neues, multifaktorielles Erklärungsmodell
vor, in dem 'Entführungen durch Außerirdische'
als gleichermaßen individuelles wie kollektives,
fiktives wie reales Phantom-Phänomen bestimmt werden.
Der Aufsatz beruht
auf einem bisher noch unveröffentlichten Manuskriptes
eines Vortrags, den Michael Schetsche im Herbst 2003
auf der Tagung der Wissenschaftlichen Gesellschaft zur
Förderung der Parapsychologie e.V. (WGFP) in Offenburg
gehalten hat.
Wie
immer bieten wir auch einen öffentlichen Chat-Termin im Internet an,
um diese Studie bzw. allgemein die dadurch angesprochene Problematik einer
kontroversen Diskussion auszusetzen. Üblicherweise findet der Chat-Termin
jeweils am Monatsersten aller geradzahligen Monate statt, in diesem Fall
am:
Donnerstag,
den 1. April 2004, 21.00 - 22.00 Uhr
Zugang zum Online-Chat am Donnerstag,
den 1. April 2004
Archiv: Frühere Studien des Monats
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